BOSTRICHIDAE NEWSLETTER

In Zeiten der Globalisierung und der Klimaerwärmung verlangen die Zunahme weltweiter Verschleppungen und die Etablierung zahlreicher invasiver Bostrichidenarten in anderen Kontinenten nach einer internationalen Dimension der Bostrichidenforschung. Dieser Teil meiner Webseite soll auf den internationalen Informationsaustausch zwischen den Bearbeitern der Bostrichiden hinarbeiten und den Erfordernissen entsprechend sukzessive angepasst und weiterentwickelt werden. Eine englischsprachige Version ist in Vorbereitung.

Kurze Mitteilungen

Lyctus linearis (Goeze)

– gerät nach meinen Beobachtungen im Ausbreitungsareal des aus Nordamerika eingeschleppten und in Südwest-Mitteleuropa (Südwestdeutschland, Ostfrankreich, Nordschweiz) etablierten L. cavicollis LeConte möglicherweise mehr und mehr ins Hintertreffen, da er neuerdings an viel weniger Fundorten als letzterer und an gelegentlichen gemeinsamen Fundorten auch in deutlich geringeren Individuenzahlen als sein invasiver nordamerikanischer Verwandter angetroffen wird. Weitere Beobachtungen sind notwendig, Mitteilungen darüber erbeten, die Bestimmung wird gerne übernommen.

Lyctus planicollis LeConte, 1858

- ist als älteres Synonym von L. carbonarius Waltl, 1832 einzuziehen und demnach in FREUDE/HARDE/LOHSE (Hrsg.) Die Käfer Mitteleuropas, Band 8, 1969: S. 11 und Band K, 22005: S. 258/259 zu ändern:
66-.002-.003-. Lyctus carbonarius Waltl (syn. planicollis LeConte)
Nach BOROWSKI, J. & WEGRZYNOWICZ, P. (2007) World Catalogue of Bostrichidae (Coleoptera), Olsztyn 2007: S. 31.

Lyctus brunneus (Stephens)

– der allbekannte und berüchtigte Braune Splintholzkäfer, seit Mitte des 19. Jahrhunderts aus den Tropen nach Europa eingeschleppt und hier bisher nicht überwinterungsfähig, hat unter Einfluß der Klimaerwärmung mit ersten Überwinterungen im Gelände Nordbayerns begonnen (BUSSLER 2009: LWF aktuell 73: S. 18-19) und konnte zwischen 2009 und 2011 auch in Südbaden in einer mehrjährigen naturnah angesiedelten Population beobachtet werden, bis der gesamte besiedelte Rebholzstapel im Winter 2012 mitsamt seiner Lebensgemeinschaft (L. brunneus, L. cavicollis, Trogoxylon impressum, Tarsostenus univittatus) in den Holzöfen der Gastronomie endeten.
(Veröffentlichung in Vorbereitung).

Apate terebrans (Pallas)

– erstmals nach Deutschland eingeschleppt – 2009 in einer Holzskulptur aus Zimbabwe als Souvenir nach Berlin mitgebracht, 2011 mehrere Käfer geschlüpft.
Nach RÜPKE, H.J.(2012): www.holzfragen.de/seiten/apate_terebrans.html

Lyctus tomentosus Reitter

– in Mexico einheimisch und häufig – neuerdings in Thailand eingebürgert und dort an „Rubberwood“ schädlich (minderwertiges, oft von Bostrichiden und Lyctinen befallenes Holz des Gummibaums - Hevea brasiliensis - in vielen asiatischen Ländern als Kistenholz im Gebrauch).
Nach BEAVER, R.A. u.a. (2011): Tropical Nat. Hist. 11 (2): S. 135-158.

Lyctopsis scabricollis Lesne

– ein Endemit der afroarabischen Subregion, bisher nur sehr selten (Djibouti 1901, Saudi Arabien 1983, Oman 1996, Jemen 2003) gefunden und noch nie als synanthroper Holzschädling hervorgetreten, wurde jetzt erstmals nach Australien eingeschleppt – mit Spazierstöcken aus Saudi Arabien – nicht gerade eines der typischen Exportländer für Holz und Holzprodukte.
Nach WALKER, K. (2006) powderpost beetle(Lyctopsis scabricollis)
Updated on 10/212011, PaDIL – http://www.padil.gov.au

Hinweise auf neuere Veröffentlichungen

BOROWSKI, J. & WEGRZYNOWICZ, P. (2007): World Catalogue of Bostrichidae (Coleoptera). – Olsztyn (Wydawnictwo Mantis), 247 S., 8 farbige Phototafeln (79. - €)

Der Katalog umfasst 574 (von 576 beschriebenen) Arten der Col. Bostrichidae, die unter Angabe der Originalbeschreibungen, Synonyme, loci typici, der Aufbewahrungsorte der Typen sowie kurzen Angaben zu ihrer geographischen Verbreitung aufgelistet sind. Im Anhang Listen aller unter den alten Gattungsnamen Apate, Bostrichus, Bostrychus und Lyctus beschriebenen Arten.
Bedauerlicherweise ist dieser aufwendig und ziemlich kostspielig gestaltete Katalog für alle mit der seit über 70 Jahren vernachlässigten Taxonomie der Bostrichidae nicht vertrauten Entomologen nicht ohne Kenntnis der Korrekturen und Anmerkungen benutzbar, die M. A. IVIE in Zootaxa 2498: S. 28-46 (2010) dankenswerterweise publiziert hat. Zur Vermeidung eines größeren taxonomischen Wirrwarrs sollten diese wichtigen und detailgenauen Richtigstellungen unbedingt beachtet werden!

Zwei weitere kleine Berichtigungen seien nachgereicht:
S.10 – Die Larven der Bostrichidae leben hauptsächlich von Stärke und Proteinen (nicht von Zellulose) im Splintholz heimischer Kernholzarten und im Holzkörper tropischer Laubbäume und Bambusse.

Tafel I, Abb. 4 – das Photo zeigt offensichtlich Lyctus pubescens (und nicht L. linearis).

P. BAHILLO DE LA PUEBLA, J. I. LÓPEZ-COLÓN, M. BAENA (2007): Los Bostrichidae Latreille, 1802 de la fauna íbero-balear (Coleoptera). – Heteropterus Rev. Ent. 7(2): S. 147-227.

Die auf der Iberischen Halbinsel bisher nachgewiesenen 33 Arten der Col. Bostrichidae (davon fünf Arten der Unterfamilie Lyctinae) werden in aller Ausführlichkeit behandelt: den Bestimmungsschlüsseln der Unterfamilien, Tribus, Gattungen, Arten und Unterarten folgen die einzelnen Arten mit allen Synonymen, ausführlichen morphologischen Beschreibungen, guten farbigen Habitus- und Detailphotographien, biologischen und zoogeographischen Angaben, tabellarischen Listen der Nachweise und Verbreitungskarten. Vorbildlich in ihrer Ausführlichkeit und Gestaltung, ist diese gediegene Arbeit für alle Interessenten der mediterranen Xylobiontenfauna sehr empfehlenswert.

Vermischtes

Pheromonfallen für Splintholzkäfer

- werden neuerdings von einem Vertreiber von Produkten für Schädlingsbekämpfung in Georgia, USA unter dem Namen „Powderpost Beetle trap“ angeboten. Eine flache Version („low profile trap“) eignet sich auch zum Einsatz zwischen Brettern, unter/in Mobilar und Inneneinrichtungen; eine andere Version („hanging trap“) frei im Raum aufgehängt werden. An den Innenseiten beider Fallen bleiben angelockte Käfer am Insektenleim kleben. Beide Artikel sind laut Angabe des Vertreibers sehr nachgefragt und meistens vergriffen, scheinen also „große Renner“ zu sein.
Skeptisch stimmt mich dabei, dass er amerikanische Originaltext die Wirksamkeit des Pheromons für alle Arten von „Powderpost Beetles“ nahelegt, womit nicht nur die Splintholzkäfer (Lyctinae), sondern nach amerikanischem Sprachgebrauch auch alle anderen Arten der Bostrichidae und Anobiidae bezeichnet. Nach meinem bescheidenen Kenntnisstand ist bisher nur für eine einzige Bostrichidenart, den Kleinen Kornbohrer (Rhyzopertha dominica) ein Pheromon gefunden und auch erfolgreich erprobt worden. Die Entwicklung eines entsprechenden Präparats z.B. für den Braunen Splintholzkäfer (Lyctus brunneus) wäre wünschenswert und würde in Fachkreisen weltweit sehr schnell bekannt werden. Ein Pheromon jedoch, das mit seinem Wirkungsspektrum zugleich auf alle Arten von Splintholzkäfern (und Bohrkäfern?) attraktiv wirken soll, wäre geradezu sensationell, ansonsten bloß ein Werbegag.
www.bugspray.com/catalog/products/page828.html

Splintholzkäfer als Zeichenvorlagen gesucht: Zum Zeichnen von Bostrichiden suche ich zuvorderst möglichst frische, vollständige Präparate von folgenden Arten:

  • Lyctus suturalis Fald.
  • Lyctus turkestanicus Reitt.
  • Lyctus asiaticus Iab.-Khnor.
  • Lyctus tomentosus Reitt.
  • Lyctus opaculus Fald.
  • Lyctus parvulus Casey
  • Lyctus villosus Lesne

IABLOKOV, A. 1): Mitteilungen über Hendecatomus reticulatus HERBST (Col., Bostrichidae)2); Revue francaise d’Entomologie 7, (Paris) 1940), S. 34-35

Aus einem Kurzvortrag: Schlupflöcher von Endecatomus reticulatus (Herbst) auf einem Photo in einem Pilzbuch? (Col., Endecatomidae) von K.-U. Geis, Freiburg (November 2012).

Vorbemerkung

Dieser immer noch sehr lesenswerte Fundbericht über eine Begegnung mit dieser hochseltenen Reliktart urständiger Wälder im Wald von Fontainebleau ist schon im Jahre 1940 an einer für deutsche Koleopterologen seinerzeit kaum zugänglichen Stelle erschienen. Später wurde er immerhin von HORION (1961) zitiert, wobei allerdings die für die Wirtspilze im französischen Original benutzte veraltete Taxonomie übernommen und eine weitere, m.E. interessante Detailbeobachtung übersehen wurde.

Da die detailreichen, zugleich lebendigen Schilderungen den Leser auch in ihrer deutschen Übersetzung nah an den auch heute noch kaum bekannten Lebensraum von Endecatomus reticulatus heranzuführen vermögen, darf mit der vollständigen, von einigen Anmerkungen begleiteten deutschen Fassung des Artikels noch einmal an dieses in ganz Mitteleuropa nahezu vergessene Relikt erinnert werden.

Übersetzung aus dem Französischen vom Referenten, mit Anmerkungen

 

Bald sind es 40 Jahre, in denen kein einziger Fund von Hendecatomus reticulatus Hbst. aus dem Wald von Fontainebleau mehr gemeldet worden ist. Die Angaben von Colonel GRUARDET 3) waren zu spärlich, als daß sie uns auf die richtige Spur hätten bringen können.

Doch dann veranlaßte uns mit einem Mal eine kleine Arbeit von Herrn LESNE (Bulletin de l’Association des Naturalistes de la Vallée du Loing, XVIII, 1935) 4) zu erneutem Nachdenken; besonders ein Absatz weckte unsere Aufmerksamkeit; die Sektion des Verdauungstraktes aus alten Belegen hatte das Vorhandensein kryptogamischer Sporen zu Tage befördert; die Gattung des Pilzes konnte annähernd bestimmt werden: es handelte sich entweder um Xanthochrous oder um Phellinus (in Nordamerika lebt die Art auf Phellinus gilvus)5).

Eine Begebenheit setzte uns schließlich auf die unmittelbare Fährte. Im Jahre 1938 glückte uns die Entdeckung der Biologie von Bolitophagus armatus PANZ. 6)(Rev. franc. d’Ent. VI, S. 26). Dieses Insekt lebt tatsächlich an Xanthochrous, dem X. obliquus 7), einem Parasiten der Rotbuche, im Gebiet von Fontainebleau. An diesem Tage reifte unsere Überzeugung. Auch er, Hendecatomus, mußte an einem Xanthochrous leben, und nicht im Splintholz von Birken.

Eines schönen Tages im Februar, nach sechs Monaten der Nachsuche kreuz und quer über die Felsen von Fontainebleau, entdeckten wir einen alten Birkenstamm, stehend abgestorben, am Fuß von Spuren einer sehr alten Brandstelle gezeichnet. Der Stamm war in einer Höhe von etwa fünf Metern aufgespalten, sehr trocken, die Rinde noch gut anhaftend und, im Gegensatz zu den meisten toten Birken, war ihr Holz fest und trocken. Eine Partie der Rinde war geplatzt und offenbarte große Fruchtkörper von Xanthochrous radiatus 8 ), eines mit X. obliquus nahverwandten Pilzes, der aber ein Parasit der Birke ist, während obliquus in Fontainebleau nachweislich nur an Rotbuche vorkommt.

An jenem Tag konnten wir nichts Besonderes finden, außer seltsamen kleinen Bohrlöchern unterhalb der ausgetrockneten Fruchtkörper des Xanthochrous im harten Birkenholz, die ein wenig an die von Gasterocercus depressirostris 9)erinnerten. Der Baumstumpf wurde genauestens dokumentiert und bis zum Frühlahr intakt zurückgelassen.

Am 14. Mai 1938, um 18 Uhr, bei bestem, etwas frischem Wetter (15°) kehrten wir zu dem Baum zurück, und schon mit dem ersten Bürstenstrich fiel ein Hendecatomus auf den Klopfschirm. Mein Bruder 10) war noch hartnäckiger: unter dem losen Rand der Rinde fand er vier weitere Exemplare. Endlich hatten wir den Biotop von Hendecatomus gefunden.

Von dieser Entdeckung in Kenntnis gesetzt, erklärte sich Herr Lesne freundlicherweise bereit, uns zu begleiten, sodaß wir, Herr Lesne, mein Bruder und ich, uns am darauffolgenden Sonntag erneut auf den Weg zu dem toten Baum machten. Es war 11 Uhr vormittags, bei sehr klarem Himmel, heiß (17° im Schatten). Die Untersuchung des Baumes begann minutiös vom Stammfuß an aufwärts, unter Zuhilfenahme einer mitgebrachten Leiter. Die Gesamtzahl der gefundenen Hendecatomus ging an die 60, alle unter abgelösten Rindenstücken gefangen.

Die tote Birke, so wie die meistender lebenden alten Birken auch, besaß eine extrem dickwulstige Rinde, bei der sich die äußeren Schichten viel trockener als die inneren erwiesen und die sich ohne Weiteres lösen ließen. Dabei wurden mehr oder weniger ebenflächige, unregelmäßig krümelige Schichten freigelegt. Hier fanden sich meist winzige Gespinste von Spinnen usw. –

Insbesondere setzte sich diese Fauna aus zahlreichen Dermestiden, Histeriden, Staphyliniden, Mycetophagus 10-punctatus F. 11) in sehr großer Anzahl, usw., zusammen, und unter dem ganzen Gewimmel dieser Insekten hielten sich die Hendecatomus völlig reglos, sodaß sie mit der Oberfläche der rauhen Rinde verschmolzen.

Im Laufe des Sommers besuchten wir immer wieder die Fruchtkörper des Xanthochrous.

Am 18. Juni um 0. 30 Uhr in einer kühlen, klaren Nacht (13°) wurden zahlreiche Hendecatomus auf den Fruchtkörpern dieses Xanthochrous gefangen, ebenso wie zahlreiche Anysoxia fuscula ILLIG. 12), die über die Fruchtkörper liefen.

Am 24. Juni, um 22 Uhr, bei Regenschauern und Kühle (15°) fanden wir Hendecatomus zahlreich, immer an den Fruchtkörpern des Xanthochrous, jedoch ruhten die Tiere trutzig verborgen in den Vertiefungen der Rinde.

Dann am 13. August, um 15. 30 Uhr, an einem wunderschönen und heißen Tag (22°), wurden zahlreiche weitere Exemplare angetroffen, die sich langsam in der Umgebung des Fruchtkörper des Xanthochrous radiatus fortbewegten.

Am 26. August schließlich, um 22. 30 Uhr, in einer sehr milden und klaren Nacht (23°) wurden an derselben Stelle drei weitere Exemplare gefunden. Als wir im Oktober nochmals nachschauten, war die Art verschwunden.

Der Schluß, den wie aus diesen Beobachtungen ziehen, ist in ersterLinie der, daß Hendecatomus reticulatus nachtaktiv ist, daß er nur an besonders heißen Tagen zum Vorschein kommt und sich ansonsten vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung in den Spalten der Rinde verborgen hält. Die Imaginalphase reicht etwa von Mitte Mai bis Ende August/Anfang September; unter diesen Voraussetzungen entwickelt sich die Larve im Winter.

Wir nehmen an, daß dieser Bostrichide in Fontainebleau keine Seltenheit ist; jedesmal, wenn es möglich ist, auf eine von Xanthochrous radiatus befallene Birke zu treffen, sollte Hendecatomus zu finden sein. Eine analoge Hypothese hat sich im Falle von Boletophagus armatus schon bestätigt, dessen Lebensweisen denjenigen von Hendecatomus sehr ähnlich zu sein scheinen.

Anmerkungen des Übersetzers

1) Über A. Iablobov sind keine biographische Angaben verfügbar (vgl. Anm. 10).

2) = Endecatomus reticulatus (Herbst, 1793) Col., Endecatomidae.

3) “unter der Rinde stehend abgestorbener oder gefällter Rotbuchen…sehr selten.” GRUARDET 1929:110.

4) Pierre Lesne (1871-1949) Spezialist der Col. Bostrichidae, von 1889 bis 1936 Kustos am Musée National d’Histoire Naturelle in Paris. (Falsches Literaturzitat im Originaltext).

5) In Nordamerka lebt Endecatomus rugosus (Randall, 1838) an Phellinus gilvus (FISHER 1950).

6) = Eledonoprius armatus (Panz., 1799) (Col., Tenebrionidae).

7) Xanthochrous obliquus = Inonotus nodulosus (Fries)Karst. (Buchen-Schillerporling).

8) Xanthochrous radiatus = Inonotus obliquus (Pers. ex. Fries) Pilát 1942 (Schiefer Schillerporling). Wegen der Verwendung seiner imperfekten Fruchtkörper in der Volksmedizin und dadurch starker Besammlung ist der „Tschaga“ in weiten Teilen Osteuropas in seinem Bestand gefährdet.

9) Col., Curculionidae. Die Schlupflöcher des etwa gleichgroßen “Eichen-Plattrüßlers” im Kronenbereich älterer Eichen sind charakteristischerweise kreisrund und in senkrechten Reihen in der Tiefe der Rindenrisse angelegt (GEIS 1995). Dieses interessante Detail könnte an Birken und anderen von Porlings-Fruchtkörpern besetzten Laubbäumen evtl. auf die Anwesenheit von E. reticulatus hinweisen.

Auf einem Photo des Schiefen Schillerporlings in einem Pilzbestimmungsbuch (JAHN 1990) vermeinte der Übersetzer mit einer 2-fachen Leselupe ein solches Fraßbild zu erkennen.

10) Stepan Mironovich Yablokov-Khnzorian (1904-1996), prominenter armenischer und sowjetischer Biologe. 1920 nach Frankreich ausgewandert und 1947 nach Armenien zurückgekehrt.

11) M. decempunctatus F., 1801, Col., Mycetophagidae.

12) A. fuscula (Illiger, 1798), Col., Melandryidae.

Benutzte und zitierte Literatur

Bach, M., Käferfauna für Nord- und Mitteldeutschland mit besonderer Rücksicht auf die preußischen Rheinlande, II. Band, Koblenz (J. Hölscher) 1854: 108.

Bense, U.: Verzeichnis und Rote Liste der Totholzkäfer Baden-Württembergs. – Naturschutz u. Landschaftspflege Baden-Württ. 74, 2002: 309-361.

Cymorek, S.: Teredilia, 1. Überfamilie Bostrychoidea, in: Die Käfer Mitteleuropas (Hrsg. Freude, Harde, Lohse) Bd. 8, Teredilia, Heteromera, Lamellicornia Krefeld 1969, s. 7-25.

Fisher, W. S., A Revision oft he North American Species of Beetles Belonging to the Family Bostrichidae. – US Dept. of Agriculture, Miscellaneous Publ. 698, Washington D. C. 1950: 19-23.

Geis, K.-U.: Der Plattrüßler Gasterocercus depressirostris (F.) an mehreren neuen Fundorten in Südbaden, nebst Steckbrief seines Fraßbilds (Coleoptera, Curculionidae).- Mitt. Ent. Ver. Stuttgart 30, 1995: 13-15.

Gruardet, F., Catalogue des Insectes de la Forêt de Fontainebleau avec indication des espèces nuisibles aux arbres.- Travaux des Naturalistes de la Vallée du Loing, Moret-sur-Loing 2, 1928: 63-118, 3, 1929: 62-119, 4, 1930: 31-143.

Ders. :Supplément au Catalogue des Insectes de la Forêt de Fontainebleau. – ibid. 6, 1932: 127-157.

Horion, A., Faunistik der mitteleuropäische Käfer VIII, Clavicornia 2. Teil (Thorictidae bis Cisidae) Teredilia, Cocconellidae. – Überlingen (Selbstverl.) 1961: 173-174.

Iablokov, A. Kh.:Un Carrefour biogéographique. Le Massif de Fontainebleau. Écologie des Réserves. . SEDES Paris 1953, 98 S.

Jahn, H. Mitteleuropäische Porlinge (Polyporaceae s. l.) und ihr Vorkommen in Westfalen. – Westfälische Pilzbriefe 4, 1963: 1-143.

Ders.:Die resupinaten Phellinus-Arten in Mitteleuropa mit Hinweisen auf die resupinaten Inonotus-Arten und Poria expansa (Desm.) (=Polyporus megaloporus). – Westfäl. Pilzbr. 6, 1966/67: 37-124.

Ders.: Zu: „Pilze, die an Bäumen wachsen“. – Westfäl. Pilzbr. 11, 1980: 122-124.

Ders.: Pilze an Bäumen. 2., von Hermann Reinartz und Michael Schlag neubearb. u. erw. Aufl., Berlin, Hannover Patzer Vlg.)1990, 272 S., 222 farb. Abb. (Die erste Auflage hieß „Pilze, die an Bäumen wachsen“).

Krieglsteiner, G.J. (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 1, Stuttgart (Ulmer) 2000: 439-440.

Lesne, P., La position systématique des Coléoptères du genre Hendecatomus. – Arch. Mus. Nat. d’Hist. Nat. 6. Sér., Vol. VIII, Paris 1935: 427-433.

Lohwag, K., Poria obliqua, ein interessanter holzzerstörender Pilz. – Centralbl. für das gesamte Forstwesen 77 (Wien)1960: 52-56.

Pilát, A., Atlas des Champignons de l’Europe. Polyporaceae. Prag (Selbstverl.) 3 Bde. 1933-1942.

Reibnitz, J., Weitere Käferfunde aus dem Laxenburger Schloßpark. – Mitt. Entom. Ver. Stuttgart 21, 1986: 87.

Roppel, J., Beständiges Vorlommen reliktärer Käferarten in der Umgebung von Wien (Col., Temnochilidae, Mycetophagidae, Bostrichidae, Colydiidae, Tenebrionidae, Curculionidae). – Mitt. Entom. Ver. Stuttgart 36, 2001: 76.