Die Vielzahl importierbarer Arten erfordert sorgfältige Bestimmung

Die Familie der Splintholz- und Bohrkäfer (Coleoptera; Bostrichidae inklusive Lyctinae) umfasst weltweit 576 Arten. Von diesen wurden bisher insgesamt – mindestens – 99 Arten weltweit verschleppt (vgl. Übersichtstabelle). In keiner anderen Holzkäfer-Familie (z.B. Anobiidae, Buprestidae, Cerambycidae, Scolytidae) ist der relative Anteil an weltweit verschleppten Arten auch nur annähernd so hoch wie bei den Bostrichidae (17,2%); bei der Unterfamilie der Lyctinae (total 67 spp.) ist dieser Anteil noch dramatischer (34,3%). Auch dies sind Indizien für die große Anpassungsfähigkeit und „Modernität“ dieser in der Mehrzahl polyphagen Trockenholzfresser, allzumal in Zeiten der Globalisierung und Klimaerwärmung. Immer wieder werden auch andere, bisher noch niemals verschleppte Arten plötzlich weit entfernt von ihrem natürlichen Areal gefunden, sodaß die nachfolgende Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann. Leser dieser Seiten werden freundlich dazu ermuntert, ihnen bekannte Einschleppungen von Bostrichiden (auch die von bekannten Arten) unter kontakt@kaeferklaus.de, möglichst unter Angabe der Fundumstände (Fundort, -datum, Holzart, ggf. Herkunft, ggf. Literaturangabe) zu melden. Zuverlässige und überprüfbare Angaben sollen in der Liste sukzessive ergänzt werden.

Eine solche „Artenvielfalt“ invasiver fremdländischer Splintholz- und Bohrkäfer findet sich in keiner der verfügbaren Bestimmungstabellen berücksichtigt. Da überdies jederzeit auch noch andere, bisher niemals verschleppte Arten auftauchen können, ist eine exakte Artdiagnose ohnehin nur eingearbeiteten Zoologen möglich. Deshalb sollten bei aufgetretenem Befall unbedingt eine Anzahl von Käfern zur genauen Bestimmung der verursachenden Art(en) an einen Spezialisten eingesandt werden.

Eine Ferndiagnose allein anhand von Photomaterial, wie sie verschiedentlich im Internet von „Fachleuten“ für betroffene Hausbesitzer usw. (die in der Regel keine Insektenkundler sind) angeboten wird, ist bei so kleinen und einander sehr ähnlichen Objekten wie Splintholzkäfern in jedem Fall unzuverlässig.

Daher sollten breite Kreise involvierter Holzschutz-Experten über ihre kommerziellen Interessen hinaus von der Wichtigkeit und Notwendigkeit exakter Bestimmungen der Art(en) bei der Schadensaufnahme überzeugt werden. Ohne die tatsächliche Kooperation dieser mit vielen weit im Lande verstreuten synanthropen Lyctinenvorkommen konfrontierten Holzschutz-Praktiker, Sachverständigen und Gutachter ist letztlich keine umfassende und tiefgründige Beurteilung der Einschleppungssituation in Deutschland möglich. Diese mit verschiedenerlei Ressentiments, falschem Schamgefühl und Heimlichkeiten behafteten Hemmnisse sind mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit (Internet, Fachzeitschriften, Vorträge, persönliche Gespräche) wahrscheinlich überwindbar. Während dabei Gutachtern und Sachverständigen die Sinnfälligkeit dieser Maßnahmen einleuchtet, die ihren Interessen zuarbeiten, nehmen jedoch die Widerstände gegen sorgfältigere Verfahrensweisen bei der genauen Bestimmung der zu bekämpfenden Lyctinen auf der Ebene der Holzschutz-Praktiker vor Ort zu. Immerhin kann man den Befall Splintholzkäfern ja auch ohne wirkliche Kenntnis der einzelnen Arten mit ein und derselben Methode erfolgreich bekämpfen.

Bestimmungsdienst

Ich biete kostenlose und diskrete Bestimmungen von Splintholzkäfern und Bohrkäfern (Coleoptera: Fam. Bostrichidae inklusive Unterfamilie Lyctinae) an: International von präparierten und etikettierten Exemplaren. Bundesweit können auch befallene Holzproben eingesandt werden, die nach Auszucht der Imagines identifiziert werden.

Die einzelnen Holzproben können am besten in Plastikflaschen nach nebenstehender Abbildung (Abbildung folgt) zum Versand verpackt werden.

Die Artdiagnose aller Splintholz- und Bohrkäferarten der Familie Col. Bostrichidae – auch eingeschleppter fremdländischer – wird kostenlos und diskret übernommen.

Tips zum Probenversand

Käferproben – falls es sich nicht um entomologische Präparate handelt – sollten in fest verschließbaren Behältnissen, z.B. Filmdosen oder die kleinen Behälter für homöopathische Globuli (in jeder Apotheke erhältlich) und unter Angabe der Fundumstände (Datum, Ort, Holzart) versandt werden.

Beim Versand befallsverdächtiger Holzproben haben sich einfacherweise handelsübliche PVC-Flaschen für Mineralwasser bestens bewährt.

Holzproben können in entsprechend großen PVC-Flaschen (1 -, 2 -, 5 Liter) luftdicht eingeschlossen werden, indem man die Flaschen mit einem scharfen (Teppich-)Messer in der Mitte quer durchschneidet und ihre Innenseiten sorgfältig trocknet, bevor das Holzstück und der Beizettel (s.u.) mit der unteren und oberen Flaschenhälfte wieder ummantelt und diese mit einem starken und ausreichend breiten Klebeband ringsum verschlossen werden. Der Schraubdeckel sollte fest auf der Flasche sitzen.

Die Holzproben sollten etwas kürzer und schmaler als die verwendeten PVC-Flaschen sein und sich nicht im Flascheninnern verkanten, um während des Versands eventuell schlüpfenden Käfern kein Durchbohren der Flaschenwand zu ermöglichen.

Ein Beizettel sollte unbedingt jeder einzelnen Holzprobe in ihrer Flasche beiliegen und jeweils folgende Informationen (bitte in gut leserlichen Blockbuchstaben) enthalten:

  • Nr. der Probe
  • Datum der Probenahme
  • Ort der Probenahme (PLZ – Ortsname)
  • Holzart, ggf. Strukturteil
  • Umfang des Befalls

Wichtig: Das Ausschlüpfen evtl. eingeschleppter (sub-)tropischer Arten kann sich je nach Einsendedatum u.U. über mehr als ein Jahr hinauszögern – die Bestimmung wird aber in jedem Fall so bald wie möglich mitgeteilt.

Zur Deckung meiner Unkosten für Zuchtgefäße muß ich pro eingesandter Holzprobe 5.- Euro in Rechnung stellen, die der Einfachheit halber in jeder Flasche untergebracht werden können.

Versandadresse:

Klaus-Ulrich Geis,
Bohlstraße 4
D-79115 Freiburg

Email: kontakt@kaeferklaus.de
Weitere Informationen und Anfragen unter Kontakt.